Die ersten paar Monate

„Das lernen wir nie“: Sprache und Kultur

Die letzten beiden Wochen waren zu 90% mit Sprachschule gefüllt. Von den vielen Regeln, was Aussprache und Grammatik betrifft, sind wir auch ab und zu überfordert.
Viele Wörter klingen sehr ähnlich. So kommt es bei den Übungen schon mal vor, das man statt „ich bin verheiratet (nimeolewa)“ „ich bin betrunken (nimelewa)“ sagt.
Ab und an taucht die Frage auf, ob wir Kiswahili jemals richtig können werden, weil es doch so anders ist.

Kultur: so ganz anders als wir

Sabine unsere Sprachlehrerin ist Deutsche und kam vor ca. 25 Jahren als Missionarin nach Tansania. Dadurch können wir Kiswahili aus dem Deutschen lernen. In den meisten Schulen muss man es über Englisch lernen.
Sabine gibt uns viele „Blicke hinter die Kulissen tansanischen Denkens”. Dadurch verstehen wir so manches, was uns beim Beobachten mit Fragezeichen überhäuft hat. Doch eines plagt uns dennoch: während unserer Zeit in der Schule und auch beim Beobachten der Menschen fiel uns auf, dass man sehr selten jemanden lesen sieht.
Tatsächlich: der Durchschnitts-Tansanier liest nur in seiner Schul- oder Studienzeit. Es stimmte uns auch etwas nachdenklich, als Sabine uns mitteilte, dass auch Gemeindeglieder in Tansania seltenst in ihrer Bibel lesen. Ein Gedanke, der uns Nahe geht…

Endlich ein zu Hause

Ich glaube, „ein zu Hause“ ist etwas, wonach sich jeder Mensch sehnt. Seit ca. 4 Monaten leben wir entweder zu fünft in einem kleinen Zimmer oder in unserem Auto. 2,5 Wochen durften wir bisher in unserem neuen “zu Hause” in Kibondo zubringen. Das waren 2,5 Wochen, die gefüllt waren mit Arbeit. Jetzt sehnen wir uns danach, endlich wieder im eigenen Bett zu schafen und etwas zur Ruhe zu kommen.

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Wir sind da!

Seit dem 05.01.2018 sind wir in Tansania. Unsere ersten Tage in Tansania haben wir im Guesthouse Wiedenest verbracht. Es liegt sehr zentral in Dar Es Salaam. Dort konnten wir 5 Tage bleiben. Dann mussten wir umziehen, weil der Aufenthalt für nicht Wiedenester Missionare nur begrenzt gestattet ist. Zurzeit sind wir wenige Kilometer vom Stadtzentrum im Guesthouse der hier ansässigen Benediktiner-Mönche untergebracht. Die Benediktiner sind sehr angenehme Gastgeber. Die Spuren der deutschen Mönche lassen sich vor allem noch an den Zeiten der Mahlzeiten sehen. Pünktlich um 7:00 Frühstück, 12:00 Uhr Mittag, und 18:30 Abendessen. Wir mussten uns zu Anfang etwas an die andere Art zu kochen gewöhnen, aber das Essen ist gut und reichlich.

Warum Dar Es Salaam?

Die Frage mag sich manch einer stellen. Wir warten hier Dar Es Salaam auf die Freigabe unseres Containers. Es macht wenig Sinn, sich ohne Auto auf den Weg nach Kibondo zu machen, da die Bibelschule (unser Wohnort) ca. 7. km vom Ortskern entfernt ist. Das heißt, mal schnell in die Stadt und zurück laufen sind 14 km in praller Sonne. Da ist ein Auto schon sinnvoll.

Bisher bestand unser Warten aus mehreren Behördengängen und der Überprüfung unseres Containers durch den Zoll. Dazu habe ich (Albert) schon einmal meinen Führerschein beantragt. Fast jeder Behördengang hat etwas Amüsantes, aber gleichzeitig auch das Potential, zu frustieren.  So müssen beispielsweise Prozesse, die in Deutschland parallel laufen, hier alle nacheinander abgearbeitet werden. Auch das ist ein Grund, warum wir jetzt schon seit dem 09.01.2018 auf die Abfertigung unseres Containers warten.

Warten Sie nur etwas…

Diesen Satz hört man hier öfters und man bekommt auch sehr häufig den Eindruck, dass ein Großteil des Lebens hier aus Warten besteht. Wenn wir nicht grade damit beschäftigt sind, Behördengänge zu erledigen, dann verbringen wir Zeit mit unseren 3 Mädels oder lesen etwas. Ich bin gerade dabei, die Biografie von Dietrich Bonhoeffer zu hören – sehr zu

empfehlen. Soweit erstmal von uns!

Es geht Los!

Es geht los. Am 28.11.2017 wurde unser Container mit dem Lkw abgeholt und ist nun auf dem Weg mit dem Schiff nach Tansania. Wenn ihr wollt, könnt ihr die MSC Hamburg unter www.marinetraffic.com auf ihrer Reise von Hamburg nach Tansania verfolgen.

 

Jetzt steht auch unser Ausreisedatum fest: am 05.01.2018 ist es soweit! Endlich geht´s los nach Tansania. Seit den letzten Tagen bereiten wir eifrig unsere Koffer vor, denn der Container kommt erst 4 Wochen später nach unserer Ankunft in Kibondo an. So müssen wir beim Packen besonders sorgfältig sein, denn es gilt, Wichtiges vom Unwichtigen zu unterscheiden. Jedes Kilo im Koffer kann nur einmal genutzt werden.

 

In Tansania gelandet, werden wir einige Tage in Dar Es Salam verbringen und dort Formalitäten regeln. Dann geht es in den Westen, nach Kibondo. Vor Ort werden wir unser Haus beziehen und erste Kontakte knüpfen.

 

 

Der Baueinsatz

Juhuu, Albert ist wieder da. Am 23. September kamen er und die drei Männer wohlbehalten aus Tansania zurück. Sie hatten einen segensreichen und gelungenen Arbeitseinsatz.

Trotz mancher Schwierigkeiten haben sie viel mehr geschafft, als sie sich vorgenommen hatten. Beim Hinflug sind zwei der Koffer nicht mitgekommen, diese wurden aber kurz darauf nachgeflogen. Und Gott hat es so toll geführt: obwohl für ein Mitführen eines zweites Gepäckstücks extra hätte bezahlt werden müssen, hat die Fluggesellschaft die geforderten 200 $ bezahlt. Auch gab es anfangs Schwierigkeiten mit einer vorausgeschickten Kiste. Es hat ein paar Tage und mehrere Anläufe gebraucht, um sie aus dem Zoll zu bekommen. Als die Männer dann in Kibondo ankamen, wohnte der Bischof noch in der Wohnung, obwohl er zuvor versprochen hatte, auszuziehen. Aber auch da durften wir Gottes Eingreifen erfahren. Freunde, die sich mit der tansanischen Kultur gut auskennen, versicherten uns, er würde nicht ausziehen, denn das würde gegen die Kultur sprechen. Doch Gott hat den Bischof dazu bewegt, trotzdem auszuziehen. So konnten die Männer schließlich am 5. September mit den Arbeiten beginnen.

Sie hatten eine tolle Zeit zusammen, gute Gespräche und konnten zusammen Andacht halten.

Wir sind sehr dankbar, dass alle gesund geblieben und durch die Arbeiten keine Verletzungen entstanden sind. Es wurde die Elektrik im Haus neu gemacht, Rohre verlegt, Wassertanks aufgestellt, Türen versetzt…

 

Richtig toll war auch die Internetverbindung. Wir hatten fast immer Kontakt, konnten Bilder sehen und Videos empfangen, so dass ich mich richtig freuen kann, weil es wirklich sehr schön geworden ist. Das Haus ist nun bewohnbar, es wurde überall gestrichen, in einem kleinen Bad wurden Fliesen gelegt und auch eine Arbeitsplatte mit Waschbecken ist in der Küche schon aufgebaut. Eigentlich könnten wir nun bald umziehen. Aber da vor Ort noch keine Möbel, kein Geschirr und sonstiges, was man zum Leben braucht, vorhanden ist, beschlossen wir, erst dann auszureisen, wenn der Container ankommt. Um ihn schicken zu dürfen, benötigten wir allerdings unsere Visa. Mittlerweile sind sie angekommen. Albert muss noch eine Kleinigkeit am Auto reparieren, danach kann der Container los.

Unserer Ausreise steht damit fast nichts mehr im Wege. Bis jetzt sind wir ungefähr bei 75% unseres Bedarfs. Gott hat bisher alles so wunderbar geführt, so dass wir immer nur staunen konnten. Wir wollen ihm vertrauen, dass er auch das restliche Geld schenken wird.

Vorfreude und Bauchkribbeln wegen der ganzen Aufregung sind unsere ständigen Begleiter. Albert und ich können es kaum abwarten, endlich unseren Ausreiseflug zu buchen.

 

Der Countdown läuft.

In unserem Letzten Rundbrief hatten wir von unserem Umzug nach Dörentrup und dem Packen des Containers berichtet. Hier noch ein Paar bewegte Bilder dazu.

Seitdem sind jetzt wieder ein paar Tage in ins Land gegangen. Die Tage nach dem Umzug waren mit vielen Schriftwechseln mit unserer Partnerorganisation angefüllt. Kurzfristig halfen wir noch der Teen-Freizeit der örtlichen Gemeinde.

Es ist immer wieder schön, wenn wir dabei sein dürfen, wenn Gott Herzen verändert. Auch dieses Mal konnten wir erleben, wie junge Menschen durch das Wort Gottes in Bewegung gesetzt wurden.

Direkt nach der Freizeit stand noch ein Besuch bei der Martini-Gemeinde in Bremen im Kalender. Auf diesen Besuch hatten wir uns schon lange gefreut. Da aber die Freizeit in der Nähe von München stattfand, hieß das für uns, mit Kind und Kegel einmal quer durch die Republik zu fahren.

In Bremen sahen wir unseren Mitstreiter Pfarrer Latzel wieder und durften die Gemeindeglieder der Martini-Gemeinde beim gemeinsamen Mittagessen und Familiennachmittag etwas besser kennenlernen.

Jetzt sind es nur noch wenige Tage, dann starten wir zum Baueinsatz nach Tansania. Bis dahin bleibt noch einiges zu organisieren und zu planen. Mittlerweile sind wir zu viert.

 

Umzug nach Dörentrup

Mit ca. 2 Wochen Verspätung haben wir es jetzt doch geschafft. Elisabeth ist mit den Kindern am Mittwoch den 14.6  nach Dörentrup Umgezogen. Grund für den späten Umzug waren einige behördlichen Schwierigkeiten mit der neuen Wohnung.

Am 18.06 ist unsere offizielle Verabschiedung aus der FeG Syke.

Albert wird dannach noch bis Ende Juni in Syke sein und unsere Wohnung auflösen bzw. den Container fertig packen.

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Hier sitzen wir grade bei unserem letzten gemeinsamen Mittagesssen in Syke.

Letzte Arbeiten an Container und Auto.

 

Visaantrag und blaue Fotos

Um in Tansania Arbeiten und Leben zu können müssen wir einen „Residence-“ und „Work Permit“ beantragen. Dieser beiden Dokumente sind aber nicht nur für uns Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung, sondern auch die Erlaubnis unseren Container steuerfrei, als Umzugsgut nach Tansania einzuführen. Die aktuellen Gebühren für die beiden Dokumente belaufen sich auf 1000 US Dollar plus jeweils 50 Dollar für jedes weitere Familienmitglied, ein stolze Summe. Bei nicht erhalten der Aufenthaltsgenehmigung, bekommt man die Summe leider nicht zurück. Uns wurde gesagt das der ganze Prozess ca. 1 Monat dauert sollte. Allerdings haben wir auch von erlebt das es bei unserem Kollegen der im Osten Tansanias unterrichtet über 6 Monate dauerte. Bitte betet deshalb mit das wir erforderlichen Genehmigungen zügig bekommen. Danke!